Die Beschädigung unseres Siedlungsraumes durch die Schienengüterverkehr - immobilienwirtschaftliche Studie

150406 BIN Immobilienwirtschaft.pdf
Adobe Acrobat Dokument 7.9 MB

 

Die Europäischen Güterverkehrskorridore werden in Deutschland ohne begleitende städtebauliche Planung auf bestehenden Strukturen vermarktet, obwohl die vorhandenen Trassen nie als Güterkorridore konstruiert worden waren. Wir lassen zu, dass die Bahnunternehmen ihren Betrieb innerhalb von Wohngebieten immer weiter ausdehnen, ohne für die entstehenden Immissionen Grenzwerte festzusetzen. Die daraus entstehenden Folgen werden von den betroffenen Gemeinden, der Immobilienwirtschaft und den Anwohnern getragen. Der volkswirtschaftliche Schaden ist immens – und er ist bislang erst in Ansätzen verstanden.

 

Der Versuch, mit den unlimitierten Immissionen umzugehen und dennoch gesunden Wohnraum zu schaffen, ist eine Aufgabe, an der die Gemeinden und Bauherren immer häufiger scheitern. Nicht nur der Verlust unserer Baukultur wiegt schwer; der Immobilienwirtschaft wird entlang der Lärmkorridore sukzessive die Substanz entzogen. Da wir unsere Orte nicht mehr zukunftsgerichtet weiter entwickeln können, sehen sich viele Bürger gezwungen, an anderer Stelle einen leiseren Lebensraum zu suchen. Verlorener Siedlungsraum wird durch bislang unbebaute Landschaft ersetzt.

 

Eine vollständige Erfassung und unvoreingenommene Bewertung der externen Schäden des Schienengüterverkehrs ist die Grundlage, um die wirkliche Dimension dieser Umweltkatastrophe zu begreifen. Es muss eine Infrastruktur erst entwickelt werden, die im 21. Jahrhundert eine Berechtigung hat. Bis dahin müssen unverzüglich alle verfügbaren immissionsmindernden Techniken eingesetzt werden, damit wir eine Chance haben, unseren Siedlungsraum wieder als Lebensraum zu verstehen.

 

In Deutschland sind 25 Millionen Menschen von gesundheitsschädlichem Schienenlärm oberhalb des Zielwertes der WHO Lnight<40dB(A) betroffen. Oberhalb dieses Zielwertes treten nach übereinstimmender Auffassung der Lärmwirkungsforscher gesundheitliche Schäden ein. Parallel beobachten Immobilienwertgutachter ab diesem Vorsorgewert wirtschaftliche Schäden an unserem Eigentum.

 

Der Schaden, welcher der privaten und institutionellen Immobilienwirtschaft durch den Lärm aus dem Schienenguterverkehr in Deutschland entsteht, beträgt mehr als 5 Milliarden EUR pro Jahr. Zusammen mit den anderen externen Kosten des Schienengüterverkehrs beträgt der Schaden mehr als 20 Mrd. EUR pro Jahr.

 

Die extremen Immissionen fuhren an den Schienengüterverkehrskorridoren dazu, dass zu Wohnzecken genutzter Siedlungsraum beschädigt wird. Lärmflüchtlinge schaffen sich an anderer Stelle neuen Lebensraum. Das fuhrt zu einem Verbrauch an bislang unbesiedelter Landschaft.

 

In Deutschland gibt es derzeit kein nachhaltiges Konzept, wie der Verkehrsträger Schienenguterverkehr planerisch in unsere Landschafts- und Siedlungsräume integriert werden kann.

 

Was ist zu tun?

 

BIN gegen Bahnlärm e.V.

 

Bürger Initiativen Netzwerk

 

- Allianz für ein lebenswertes Rheintal -

 

Initiative in: Bad Honnef, Bonn, Bornheim, Erpel, Königswinter, Oberwinter, Remagen, Troisdorf, Unkel